US-Truppenabzug sorgt für Ärger

Wieso? Ist er doch ein Schritt in Richtung "Frieden schaffen, ohne Waffen!" - und den sollten wir von ganzem Herzen begrüßen und aktiv unterstützen. Endlich besteht eine reale Chance, Deutschland als Zentrum für Abrüstung und Frieden zu gestalten. Es ist an der Zeit, die politische Fokussierung auf das militärische Bündnis mit den USA aufzugeben und die Notwendigkeit und den Auftrag der NATO kritisch zu hinterfragen.

Warum dieser hilflose Aufschrei und verbiesterte Stellungnahmen von Politikern auf die Ankündigung von Trump über einen geplanten Truppenabzug, anstatt die sich bietende Gelegenheit für ein entmilitarisiertes und atomwaffenfreies Deutschland und Europa tatkräftig zu nutzen. Hier könnte - nein, müsste der an die Europäische Union verliehene Friedensnobelpreis endlich in der Praxis eine Erfüllung finden.

Der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Willy Wimmer äußerte sich in einem Interview zum US-Abzug: "Das kann man ja nur begrüßen,..."

Im Gegensatz dazu will Frau Kramp-Karrenbauer nuklearwaffenfähige US-Kampfflugzeuge für fast 9 Milliarden Euro anschaffen. Welch ein Wahnsinn!

Es sollten sich doch endlich verantwortliche Politiker in der Regierungskoalition und im Europäischen Parlament finden, die ideenreich und konsequent sowie mit diplomatischen Geschick eine gesamteuropäische Gemeinschaft der Friedenswilligen begründen. Eine Friedenkonferenz muss die gefährliche Osterweiterung der NATO und auch die Stationierung der Bundeswehr im Baltikum beenden, aber vor allem ernsthaft eine Einbeziehung Russland in ein europäisches Sicherheitssystem zum Ziel haben.

Die gegenwärtige Fixierung und Pflege antiquierter Feindbilder muss endgültig aufgegeben werden. Auch Politiker sind gefordert, nicht nur Frieden und Abrüstung zu fordern, sondern im Kampf mit praktischen Initiativen und praktischen Schritten voranzugehen. Mit dem Truppenabzug eröffnet sich eine Chance. Sie sollte genutzt werden.

Raimon B., Chemnitz
31.07.2020


Hinweis: Leserbriefe müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.


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