Verbrechen und imperialistische Außenpolitik

Wie uns unsere Großeltern unter dem Eindruck des gerade beendeten 2. Weltkrieges und des Dritten Reiches sagten, sei Politik ein schmutziges Geschäft. Wir möchten uns diesem all zu pauschalen Urteil nicht anschließen. Aber unbestritten gibt es in der Politik viele Verbrechen, angefangen von der Korruption über politische Morde, Militärputsche bis zu völkerrechtswidrigen Angriffskriegen. In manchen Staaten mehr, in den meisten erfreulicherweise weniger oder keine. Besonders lang und erschreckend ist hier die Liste der Verbrechen der US-Außenpolitik nach 1945, die man im Internet finden kann.

Neben der Liste dieser vollendeten US-Verbrechen ist auch die Operation Northwoods zu nennen, die vom damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy abgelehnt wurde. Aber Northwoods ist ein Musterbeispiel für inszenierte Terroranschläge unter falscher Flagge, die man im Gedächtnis haben sollte, wenn man manche Ereignisse der Außenpolitik der USA und der Nato verstehen will.

Aktuell versucht die Medien-Propaganda, uns ein paar besonders perfide Staatsverbrechen zu erzählen, für die Russland, genauer gesagt Wladimir Putin verantwortlich sei:

Seit 2014 wird für den Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH 17 Russland verantwortlich gemacht. Durch regelmäßige Wiederholung der Beschuldigungen - oft als "bekannte Tatsache" in Nebensätzen angesprochen - soll die Behauptung in das kollektive Gedächtnis eingeschliffen werden. Eine fundierte Untersuchung der Ereignisse scheitert u.a. daran, dass die USA ihre Satelliten-Bilder nicht freigeben. Die AWACS-Flugzeuge der Nato, die gezielt zur Beobachtung der kriegerischen Ereignisse in der Ukraine vor Ort waren, haben angeblich nichts gesehen, und selbstverständlich legt auch die ukrainische Luftwaffe ihre Einsatz-Daten nicht offen. Stattdessen zitiert man gerne die Veröffentlichungen eines dubiosen privaten Untersuchungsnetzwerkes "Bellingcat", für dessen Seriosität natürlich keine staatliche Stelle zu bürgen braucht.

Eine neue "Story" ist der spektakuläre Giftmord-Versuch in Salisbury, für den die britische Regierung sofort Russland verantwortlich machte, da das verwendete Gift "Novichok" nur von dort stammen könne. Leider wurde bald öffentlich, dass Novichok schon lange im Westen bekannt war und dort auch Proben davon vorhanden waren. Deshalb musste die "Russland-Spur" mit neuen "Tatsachen" unterfüttert werden: Man habe zwei russische Geheimdienst-Offiziere identifiziert, die am Tatort gewesen seien. Abgesehen von der Tatsache, dass Russland kein Motiv hat, einen begnadigten und ausgetauschten Verräter nachträglich auf spektakuläre Weise zu ermorden und so die Weltöffentlichkeit gegen sich aufzubringen, wird unterstellt, dass ein professioneller Geheimdienst zwei Auftragsmörder per Direktflug von Moskau an den Tatort und zurück reisen lässt. Die Unwahrscheinlichkeit eines solchen Dilettantismus sollte jedem halbwegs interessierten Laien auffallen - nicht jedoch den Schreiberlingen unserer Medien.

Auch im Syrien-Krieg wird gerne von Gift-Einsätzen des "Assad-Regimes" fabuliert, obwohl jedem leidlich informierten Zeitgenossen klar ist, dass nur die "Rebellen" ein Interesse daran haben können, durch eine Giftgas-Inszenierung den "Westen" zu einem Eingreifen zu ihren Gunsten bewegen zu können. Aktuell wird die Wiederholung einer "false-flag"-Operation nach mittlerweile bekanntem Muster vorbereitet. Und die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Nikki Haley verkündete bereits, wer der Schuldige eines neuen Chemiewaffen-Angriffs sein werde, während US-Kriegsschiffe in die Ausgangspositionen für ihre Raketenangriffe fahren.

Wir registrieren, dass die Kriegsfraktion in den USA alle Vorbereitungen trifft, um das Land in einen großen Krieg zu führen. Der umstrittene US-Präsident steht in der Versuchung, den verbrecherischen Planungen seiner Geheimdienste "Grünes Licht" zu geben, um - wie es seine Amtsvorgänger häufig taten - seine Chancen bei den anstehenden "mid-term-elections" zu verbessern. Und die europäischen Nato-Vasallen wagen es offenbar nicht, dem Großen Bruder die Gefolgschaft zu verweigern.

Dieter Popp und Wolfgang Bergmann
26.09.2018


zurück