50 Jahre "Starfighter"

Am 6. November 1958 billigte der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages das "Flugzeugbeschaffungsprogramm der Bundeswehr". Dieser Aufrüstungsbeschluss markierte nicht nur einen weiteren großen Schritt des Wettrüstens im Kalten Krieg. Wie sich erst später herausstellen sollte, wird er zu einem der größten Skandale der Bundeswehr führen: Von insgesamt 917 bundesdeutschen Starfightern stürzen 292 ohne Feindeinwirkung vom Himmel, 108 Piloten kommen dabei ums Leben. (Nicht mitgezählt sind bei dieser offiziellen Statistik die Totalverluste, wenn eine Maschine nach einer Bruchlandung verschrottet werden musste.)

Der andere Teil des Skandals: Franz Josef Strauß, damaliger Bundesverteidigungsminister, traf die Modellauswahl persönlich nach einem Besuch bei der US-Firma Lockheed in Kalifornien. Schon bald wird ruchbar, dass dabei viel Geld geflossen ist; so wie in alle anderen Käufer-Länder. Der Hersteller Lockheed gesteht später selbst die Zahlung von insgesamt 270 Millionen Dollar Schmiergeldern. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages geht den Vorwürfen nach, Strauß habe mindestens zehn Millionen Dollar erhalten; offiziell aufgeklärt wird dieser Bestechungsfall - natürlich- nicht.

Der "Starfighter" ist Geschichte - Rüstungswahn und die damit verbundene Bestechung sind es noch lange nicht.

Wolfgang Bergmann
06.11.08


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