Der entartete katholische Erzbischof von Köln
Ist Joachim Kardinal Meisner ein Christ?

Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, erblickte am 25. Dezember (!) 1933 in Breslau/Lissa) das Licht der Welt. Nach Köln kam er über Erfurt, Heiligenstadt, Rom, Vina, Erfurt/Meinungen und Berlin. Papst Johannes Paul II. hob ihn 1988 unter Protesten von Presse, Politikern und Kölner Katholiken auf den Erzbischofsstuhl von Köln. Seitdem ließ er kein Fettnäpfchen aus, sich unbeliebt zu machen und hat sich durch die Distanz zu seinen Schäfchen, seinen Predigten und Veröffentlichungen ins Abseits gestellt.

Einige neuere Beispiele:

Seine Äußerungen zu "entarteter" Kultur lösten deutschlandweit Empörung aus. Der Generalsekretär Stephan Kramer des Zentralrats der Juden in Deutschland: "Meisner, der nicht zum ersten Mal mit solchen Formulierungen auffällt, ist ein notorischer geistiger Brandstifter, der versucht, die Grenzen des Erlaubten nicht nur auszutesten, sondern der sie vorsätzlich überschreitet." sagte er dem »Tagesspiegel«. "Der Kardinal mißbrauche Sprache gezielt als Tabubrecher. Wenn das Schule macht, darf sich keiner wundern, wenn der braune Ungeist in Deutschland weiter salonfähig wird." Meisner hatte in seiner Predigt zur Eröffnung des Kölner Diözesanmuseums gesagt, es gebe einen "unaufgebbaren Zusammenhang zwischen Kultur und Kult".

Er sagte dann im Kölner Dom: "Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kultus im Ritualismus und die Kultur entartet. Sie verliert ihre Mitte."

Das Wort von der "entarteten Kunst" sollte eigentlich der Vergangenheit angehören.

Das Kölner Erzbistum sprach von "Missinterpretation". Das ist bei der katholischen Kirche nicht neu. Gehen wir nicht bis zur Inquisition und bis zu den Kreuzzügen zurück. Aber es gibt viele braune Flecken auf den katholischen Kirchentalaren. Katholische Werkstätten quälten polnische Zwangsarbeiter und zeigten damit ihre Auffassung von Nächstenliebe. Papst Pius XII. verschloß die Augen vor der Ermordung von Millionen Juden. Was ihn aber nicht davon abhielt, mit dem Vatikan vermittelnd bei der Flucht vieler verbrecherischer Nazigrößen nach Südamerika hilfreich zur Seite zu stehen.

In Rolf Hochhuths "Der Stellvertreter" wird das Schweigen des Papstes Pius XII. zur Judenvernichtung ausgeleuchtet. Auf das Thema war Rolf Hochhuth durch eine Mitteilung gestoßen, die Ernst Freiherr von Weizsäcker, der deutsche Botschafter beim Vatikan, 1943 dem Außenministerium in Berlin geschickt hatte: "Der Papst hat sich, obwohl dem Vernehmen nach von verschiedenen Seiten bestürmt, zu keiner demonstrativen Äußerung gegen den Abtransport der Juden aus Rom hinreißen lassen."

Anfang 2007 behauptete ein im Sommer 1978 übergelaufener Offizier des rumänischen Geheimdienstes, Rolf Hochhuth habe das Stück "Der Stellvertreter" in Zusammenarbeit mit dem KGB verfasst. Absicht des sowjetischen Geheimdienstes sei es gewesen, die Reputation von Papst Pius XII. zu zerstören. Diese Verschwörungstheorie wurde in Deutschland von dem CSU-Bundestagsabgeordneten Norbert Geis aufgegriffen. "Daß der KGB beim "Stellvertreter" mitgeschrieben hätte, ist ein gar zu schönes Märchen." (Willi Winkler: Süddeutsche Zeitung, 14. März 2007)

Viele dachten, in der katholischen Kirche wäre das faschistische Thema abgehakt. Der Erzbischof Joachim Kardinal Meisner belehrt uns eines Besseren. Nicht bedauern, sondern nachlegen mit "die deutsche Frau treibt nicht ab, (für "raucht nicht" sorgt das Gesundheitsministerium), der deutsche Mann ist heterosexuell und sollte mit der Waffe in der Hand betend in ein fernes Land."

Dieter Popp
16.09.07


Lesen Sie dazu auch in unserer Presseschau:

Neues Deutschland, 18.09.2007
Meisner bleibt bei "entartet"
Kardinal unbeeindruckt von massiver Kritik


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