Spiel nicht mit den Stasi[schmuddel]kindern

Die FAZ entdeckt die armen Stasikinder

Olaf Sundermeyer von der FAZ entdeckt tausende ehemalige Stasiväter und Stasikinder in Berlin-Weißensee, Lichtenberg, Hohenschönhausen oder in Altglienicke. Jeder zweite der 91.000 hauptamtlichen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit wohnte in der DDR in Berlin. Soweit die Information.

Aber dann diese einmalige Wortschöpfung; gut für die Nominierung zum Wort des Jahres: Ein Stasioffizier, der nach der Wende starb, hinterließ zwei Stasiwaisen.

Oder: "Oft verstummten die Gespräche auf dem Schulhof, wenn ich auftauchte, weil die anderen Schüler wußten, daß mein Vater bei der Stasi ist!" läßt er sinngemäß ein armes isolieretes Stasikind sinnieren. - "Habe ich halt mit den Kindern von Stasieltern gespielt; waren ja genug da."

Das Thema Stasi scheint unerschöpflich. Ein Grund mehr, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Insbesondere Schüler und Jugendliche sind aufzuklären, daß wir nicht James Bond waren, sondern über 40 Jahre für die Entspannung und den Frieden gekämpft haben.

Dieter Popp
15.10.06
Quelle: F.A.Z., 14.10.2006


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