Deutsche Atomwaffen

Die Forderung von CDU-MdB Rupert Scholz, Atomwaffen für Deutschland, ist nicht neu. Schon der bayerische Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß wollte deutsche Atomwaffen. Daß aber in heutiger Zeit der Ruf nach atomarer Abschreckung und nuklearem Vernichtungspotential für deutsche Depots aus dem Munde eines deutschen Politikers kommt, ist milde gesagt ein Skandal. Scholz war während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister von 18. Mai 1988 bis 21. April 1989 bei den Militärs auf der Bonner Hardthöhe sehr unbeliebt. Hätte er damals diese Forderung nach der A-Bombe auf seiner Agenda gehabt, wäre sein Ansehen sicher gestiegen.

Scholz hatte der "Bild"-Zeitung gesagt, man müsse diskutieren, ob die atomare Schutzgarantie der USA und der Nato auch unter der Voraussetzung noch greife, dass Atomwaffen auch in die Hände von Terroristen geraten könnten. Bei Zweifeln daran "müssen wir die Frage ernsthaft diskutieren, wie wir auf eine nukleare Bedrohung durch einen Terror-Staat angemessen, im Notfall sogar mit eigenen Atomwaffen reagieren können".

Als Vorwand die iranische Atom-Bedrohung? Der Iran besitzt keine Atomwaffen und wird, wenn der internationale Druck aufrecht erhalten wird - auch keine bauen können. Die Union distanzierte sich vom Scholz-Vorwurf. Einige Tage, nachdem unsere blonde Kanzlerin dem galanten Premier Chirac ihr Verständnis zum französischen nuklearen Erstschlag bekräftigt hat, eine dünne Distanz.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt, daß just die Umfragewerte der CDU weiter angestiegen sind.

Dieter Popp
28.01.06


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