IKF e. V. auf dem Volksfest der DKP 2003

Guter Rat

"Der Kampf geht weiter" verabschiedete auf der Straße der Internationalen Solidarität ein sichtbar von den Anstrengungen des Klassenkampfes gezeichneter Altkommunist seinen kaum jüngeren Mitstreiter. Diese en passant vermerkte Abschiedsszene gegen Ende des Volksfestes der DKP im Revierpark Wischlingen (Dortmund) beleuchtete klar, was vom Pressefest der UZ als Fazit auch die IKF mitnehmen konnte: die Überzeugung, dass Kundschafter des Friedens, sich weiter gegen das Anschlussunrecht der Verfolgung, Verurteilung, Bestrafung und gesellschaftlichen Ausgrenzung wehren und für die Wiedereinsetzung in aberkannte, aber rechtmäßig erworbene Ansprüche und Rechte einsetzen müssen.

Die Lehre konnte man auf diesem Treffplatz der Linken beispielsweise von jenen erfahren, die über die Verfolgung der Kommunisten in den 50er Jahren berichteten. Selbst im bundesrepublikanischen Establishment wird heute kaum noch jemand zu finden sein, der ernsthaft bestreiten wollte, dass damals Unrecht geschehen ist. Freilich blieben individuelle Rechtsakte der Rehabilitierung bis heute aus. Die Kundschafter des Friedens machen sich keine Illusionen. Doch das kann von Kommunisten gelernt werden: Ohne Aufklärung über die historische Wahrheit (der deutsch-deutschen Spionage), die Zerschlagung der Lügengespinste, die um die Arbeit der Kundschafter und ihrer Motive gewoben wurden, wird das Bemühen um eine feste Grundlage für die Plausibilität der Forderung nach Wiedergutmachung nicht gelingen können. Und das ist die Voraussetzung einer künftig unter anderen Machtverhältnissen vielleicht doch einmal möglichen individuellen Rehabilitierung der in der BRD verfolgten Kundschafter des ersten deutschen Friedensstaates, der DDR. Dass die IKF auf diesem Weg schon ganz gut vorangekommen ist, konnte man auch in den Begegnungen und Gesprächen am Informationsstand der IKF erkennen. Die Kundschafter waren nicht das erste Mal auf dem DKP-Treffen vertreten. Aber gegenüber früher war zu spüren, dass ihnen vertrauter, offener, und sogar kooperativ inzwischen auch von jenen begegnet wird, die beispielsweise bisher Zweifel an der Integrität von Spionen schlechthin äußerten, oder unter dem Eindruck der Lügenpropaganda gegen alle, die der DDR verbunden waren, sich früher distanzierten.

Ja, Zurückhaltung war der IKF auch begegnet auf solchen Treffen. Doch war sie immer nur von einer Minderheit ausgegangen. Zuspruch, die Regel schon bisher am Info-Stand der Kundschafter, ist diesmal besonders häufig zum Ausdruck gekommen. Und viele Genossen von DKP, PDS und befreundeten Organisationen sind den Kundschaftern am Stand und jenen Mitgliedern, die als Besucher des Festes gekommen waren, mit Anerkennung für die Aufklärungsarbeit begegnet und haben sie ihrer Solidarität versichert. Die Besucher und Interessierten wurden nicht gezählt, die sich am IKF-Stand informierten, die die Broschüren und Faltblätter mitnahmen und die die Kundschafter häufig in lange Gespräche verwickelten, wenn sie mehr über ihre Erfahrungen und über ihre Arbeit wissen wollten. Aber der Vorsitzende der IKF, Dieter Popp meinte, es seien mehr als je zuvor gewesen.

Die IKF unterstützte durch ihre Mitglieder überaus gut besuchte Podiumsdiskussionen im Revierpark, deren Anlass die Vorstellung eines Buchprojektes über "Kundschafter im Westen" war, in dem eine große Gruppe von ehemaligen Mitarbeitern der Aufklärungsdienste der DDR über ihre Erfahrungen und Motive berichten. Das am IKF-Stand ausliegende Prospekt zu dem im September erscheinenden Buch fand großes Interesse beim (nicht ausschließlich linken) Publikum und die Liste der am IKF-Stand gezeichneten Vorbestellungen war am Ende recht stattlich ausgefallen. "Lasst Euch nicht unterkriegen, haltet ihnen den Spiegel vor und sorgt dafür, dass sie Euch nicht vergessen können", gab ein erfahrener DKP-Genosse aus einem Großbetrieb des Ruhrgebiets der IKF mit auf den Weg. Mit ihnen meinte er jene, die für die Verfolgung der Kundschafter verantwortlich sind und ihre Helfer im Repressions- und Justizapparat der BRD.

Gf


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